{"id":605,"date":"2016-05-19T09:19:26","date_gmt":"2016-05-19T07:19:26","guid":{"rendered":"http:\/\/kbnl.ch\/?page_id=605"},"modified":"2016-06-21T08:30:15","modified_gmt":"2016-06-21T06:30:15","slug":"campanula-cervicaria","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kbnl.ch\/fr\/nl-praxis\/biotop-und-artenschutz\/campanula-cervicaria\/","title":{"rendered":"Campanula cervicaria (Borstige Glockenblume)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Workshop Best Practice Artenf\u00f6rderung <em>Campanula cervicaria<\/em> (Borstige Glockenblume)<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Aktionsplandrehscheibe_Workshop_Campanula_cervicaria.pdf\">Ergebnisse aus dem Workshop vom 25.11.2014<\/a><\/p>\n<p>Die Borstige Glockenblume (<em>Campanula cervicaria<\/em>) kommt in der Schweiz nur noch an ca. 25 Orten vor. Sie ist stark gef\u00e4hrdet (IUCN-Status EN). Obwohl sie keine besonderen Anspr\u00fcche stellt, ist ihre F\u00f6rderung schwierig. Am Workshop vom November 2014 wurde das aktuelle Wissen zu den Anspr\u00fcchen und F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten dieser Art zusammengetragen. Das wichtigste ist in den nachfolgenden Tabellen enthalten.<\/p>\n<p><strong>Erfolgsfaktoren<\/strong><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Faktor<\/strong><\/td>\n<td><strong>Massnahme<\/strong><\/td>\n<td><strong>Bemerkung<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Bewirtschaftung und Pflege<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Optimale Pflege der aktuellen Populationen:<\/p>\n<ul>\n<li>Schonung\/Schutz bl\u00fchender\/fruchtender Exemplare und von Rosetten vor Mahd durch Markierung, bei Bedarf Einz\u00e4unen. <strong>Keine Mahd der Fruchtst\u00e4nde vor der Samenreife<\/strong> (insbesondere bei kleinen Populationen; vgl. Kapitel \u00d6kologie).<\/li>\n<li>Regelm\u00e4ssiges Ausholzen\/Entbuschen<\/li>\n<li>Regelm\u00e4ssige Mahd (der umgebenden Vegetation); Mahd der Pflanzen, wenn \u00fcberhaupt, fr\u00fchestens ab Ende November. Wenn nur Rosetten vorhanden sind, spielt der Mahd Zeitpunkt keine Rolle. Rosetten durch Mahd nicht verletzen (nicht zur tief m\u00e4hen), nicht mulchen.<\/li>\n<li>Pflanzen kleinr\u00e4umig freistellen (Reduktion der Konkurrenz<em>)<\/em><\/li>\n<li>Entfernen von Problemarten (Adlerfarn, Brombeeren, Goldruten, ev. weitere)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Offenen Boden erhalten,<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Ausgangslage differenzieren (bedingt unterschiedliche Vorgehensweisen):<\/p>\n<ul>\n<li>Bei kleinen Populationen ist es wichtig, m\u00f6glichst jedes Individuum zu schonen und zur Fruchtreife zu bringen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Grosse Populationen ben\u00f6tigen keine so intensive Pflege.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Standortfaktoren:<\/p>\n<ul>\n<li>Licht<\/li>\n<li>Offener Boden<\/li>\n<\/ul>\n<p>Boden nicht zu sauer, nicht zu kalkreich, nicht zu n\u00e4hrstoffreich<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Sorgf\u00e4ltige Standortwahl bei Neuansiedlungen.<\/p>\n<p>Pflege auf die langfristige Erhaltung dieser Standortfaktoren ausrichten.<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">\u00a0Bevorzugt werden feinsandige, leicht schluffige, weder zu feuchte noch zu trockene, n\u00e4hrstoffarme, weder zu kalkreiche noch zu saure B\u00f6den (mesische Verh\u00e4ltnisse) in eher tiefen, milden Lagen (Keel, 2014, m\u00fcndliche Mitteilung). Ein wichtiges Problem liegt darin, dass viele potentielle Standorte zu wenig offen und zu n\u00e4hrstoffreich sind.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Ex-situ-Vermehrung<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Sammeln von Samen und Aufzucht ex situ<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Misserfolge<\/strong><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\"><strong>Massnahme<\/strong><\/td>\n<td width=\"189\"><strong>Bemerkung<\/strong><\/td>\n<td width=\"189\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aussaat und Auspflanzung<\/td>\n<td width=\"189\">Siehe Tabelle 3<\/td>\n<td width=\"189\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Wissensl\u00fccken schliessen<\/strong><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"198\"><strong>Wissensl\u00fccke<\/strong><\/td>\n<td width=\"176\"><strong>Massnahme<\/strong><\/td>\n<td width=\"198\"><strong>Bemerkung<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"198\">Warum lassen sich mit Aussaat oder Auspflanzung keine mittel-\/langfristig stabilen Populationen aufbauen?<\/td>\n<td width=\"176\">Versuche zu Aussaat oder Auspflanzung von ex-situ- vermehrten Samen.<\/td>\n<td width=\"198\">Mit Aussaat und Auspflanzung wurden unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Beide Methoden zeigen sowohl Erfolge als auch Misserfolge.<\/p>\n<p>Auspflanzungen wurden im Kanton Z\u00fcrich aus Aufwandgr\u00fcnden durch Aussaaten ersetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"198\">Wo kommen Samenbanken vor?<\/p>\n<p>Wie gross sind diese und wie persistent sind die Samen?<\/td>\n<td width=\"176\">Vorkommen von alten Samenbanken ausfindig machen.<\/td>\n<td width=\"198\">\u00dcber Samenbanken fr\u00fcherer Vorkommen ist fast nichts bekannt.<\/p>\n<p>Ausfindig machen ist aufw\u00e4ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"198\">Wie variabel ist die Art genetisch? Spielt die Genetik bei der F\u00f6rderung eine Rolle?<\/td>\n<td width=\"176\">Bestehende Populationen genetisch untersuchen.<\/td>\n<td width=\"198\">Zur Genetik ist nichts bekannt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"198\">Was sind f\u00fcr die F\u00f6rderung geeignete Habitate?<\/td>\n<td width=\"176\">F\u00f6rderung in verschiedenen Habitaten, die geeignet erscheinen, ausprobieren.<\/td>\n<td width=\"198\">Die bisherigen F\u00f6rdermassnahmen erfolgten v. a. in Rohb\u00f6den, welche sich zu Mesobrometen entwickelten.<\/p>\n<p>Die Art hat keine besonderen Standortanspr\u00fcche, die F\u00f6rderung ist aber trotzdem schwierig. Es gibt viele potentielle Standorte, z. B. R\u00e4nder entlang von Waldstrassen, alte Wald-Bewirtschaftungsformen (z. B. Mittel- oder Niederwald), Pfeifengras-F\u00f6hrenw\u00e4lder, S\u00e4ume.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"198\">K\u00f6nnte die Art mit alternativen Massnahmen gef\u00f6rdert werden?<\/p>\n<p>Mit welchen Zusatzmassnahmen w\u00e4ren Nieder- und Mittelwaldbewirtschaftung geeignet f\u00fcr die F\u00f6rderung?<\/p>\n<p>L\u00e4sst sich die Art durch Beweidung (von W\u00e4ldern) f\u00f6rdern?<\/p>\n<p>Lassen sich (alte) Waldnutzungsformen (Mittelwald, Niederwald) und die F\u00f6rderung von <em>Campanula cervicaria<\/em> kombinieren?<\/td>\n<td width=\"176\">Alternative F\u00f6rdermassnahmen ausprobieren \/ Bewirtschaftungsregimes testen<\/p>\n<p>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Regelm\u00e4ssiges Auflichten von Waldbest\u00e4nden (bei bestehenden Populationen; Mittelwaldbewirtschaftung)<\/p>\n<p>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mahd alle 2-3 Jahre<\/p>\n<p>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mahd fr\u00fch oder sp\u00e4t im Jahr.<\/p>\n<p>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (Grossfl\u00e4chige) Beweidung (von W\u00e4ldern)<\/p>\n<p>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ev. weitere (Wald-) Bewirtschaftungsformen pr\u00fcfen.<\/td>\n<td width=\"198\">In Polen ist die Aufgabe der Beweidung einer der wichtigsten Gr\u00fcnde f\u00fcr den R\u00fcckgang der Art. Die Beweidung grosser Populationen wird als M\u00f6glichkeit angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"198\">Wo kommt die Art aktuell vor?<\/td>\n<td width=\"176\">Aktuelle Verbreitung erfassen<\/td>\n<td width=\"198\">Die Resultate der Untersuchungen von Hug (2010) deuten darauf hin, dass \u00fcber die aktuelle Verbreitung der Art zu wenig bekannt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Projektbeispiele:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Aktionsplandrehscheibe_Campanula_cervicaria_Kt_Aargau_01.pdf\">Neue Pflege an Waldrandb\u00f6schung (Wohlen AG)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Aktionsplandrehscheibe_Campanula_cervicaria_Kt_Zuerich_01.pdf\">Freihaltung und Ansaaten auf Lothar-Sturmfl\u00e4che (Marthalen\/Rheinau ZH)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Aktionsplandrehscheibe_Campanula_cervicaria_Kt_Zuerich_02.pdf\">Oberbodenabtrag in kantonalem Schutzgebiet (H\u00fcntwangen\/Eglisau ZH)<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Workshop Best Practice Artenf\u00f6rderung Campanula cervicaria (Borstige Glockenblume) Ergebnisse aus dem Workshop vom 25.11.2014 Die Borstige Glockenblume (Campanula cervicaria) kommt in der Schweiz nur noch an ca. 25 Orten vor. 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