{"id":2027,"date":"2020-04-07T11:02:13","date_gmt":"2020-04-07T09:02:13","guid":{"rendered":"https:\/\/kbnl.ch\/?p=2027"},"modified":"2020-04-07T11:47:38","modified_gmt":"2020-04-07T09:47:38","slug":"methodenvergleich-und-zustandsaufnahme-der-kleinmustelidenfauna-im-gebiet-wauwilermoos-lu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kbnl.ch\/fr\/2020\/04\/07\/methodenvergleich-und-zustandsaufnahme-der-kleinmustelidenfauna-im-gebiet-wauwilermoos-lu\/","title":{"rendered":"(Deutsch) Methodenvergleich und Zustandsaufnahme der Kleinmustelidenfauna im Gebiet Wauwilermoos LU"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-fr\">D\u00e9sol\u00e9, cet article est seulement disponible en <a href=\"https:\/\/kbnl.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2027\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>. Pour le confort de l\u2019utilisateur, le contenu est affich\u00e9 ci-dessous dans une autre langue. Vous pouvez cliquer le lien pour changer de langue active.<\/p><p>Heidi Vogler, Andrin C. D\u00fcrst<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcber das Vorkommen und die Verbreitung der Kleinmusteliden Mauswiesel (<em>Mustela ni-valis<\/em>) und Hermelin (<em>Mustela erminea<\/em>) im Wasser- und Zugvogelreservat Wauwilermoos im Luzerner Mittelland war bisher kaum etwas bekannt. Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) des Kantons Luzern hat im Rahmen eines Praktikums die Kleinmusteliden in diesem Gebiet systematisch erhoben. <\/strong><strong>Die g\u00e4ngige Nachweismethode f\u00fcr Kleinmusteliden sind Spurentunnel aus Holz mit integriertem Stempelkissen. Die Tinte basiert auf Wasser. In Neuseeland werden Tunnel aus Kunststoff und eine auf \u00d6l basierte Tinte verwendet. Ein Vergleich der beiden Methoden stand bisher noch aus. Er wurde erstmals in der vorliegenden Studie durchgef\u00fchrt. <\/strong><strong>An jedem Untersuchungsstandort wurden beide Tunnelsysteme platziert. Bei beiden Systemen haben sich Vorteile herausgestellt. Diese kombiniert, haben am Schluss das <em>Luzerner Modell<\/em> ergeben: Einerseits scheint der Holztunnel f\u00fcr Kleinmusteliden attraktiver zu sein. Andererseits ist die Beschaffenheit der auf \u00d6l basierten Tinte der Kunststofftunnel \u00a0vorteilhaft beim Handling und f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Spurennachweise. Das <em>Luzerner Modell<\/em> wird f\u00fcr zuk\u00fcnftige Erhebungen empfohlen.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2034\" aria-describedby=\"caption-attachment-2034\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_1_komp.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2034 size-medium\" src=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_1_komp-300x231.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"231\" srcset=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_1_komp-300x231.jpg 300w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_1_komp-1024x789.jpg 1024w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_1_komp-768x591.jpg 768w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_1_komp-1536x1183.jpg 1536w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_1_komp-2048x1577.jpg 2048w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_1_komp-24x18.jpg 24w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_1_komp-36x28.jpg 36w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_1_komp-48x37.jpg 48w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2034\" class=\"wp-caption-text\">Hermelin nach dem Durchlaufen eines Holzspurentunnels. (Quelle: lawa)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ausgangslage<br \/>\n<\/strong>\u00dcber das Vorkommen und die Verbreitung der Kleinmusteliden Mauswiesel und Hermelin in der Schweiz ist wenig bekannt (Marchesi, Mermod &amp; Salzmann 2010). Im Wasser- und Zugvogelreservat Wauwilermoos von nationaler Bedeutung besteht ein reges Interesse, den Wildartenbestand zu kennen. Der Fokus lag auf diesen beiden Arten, da sie potentielle Pr\u00e4datoren der bodenbr\u00fctenden Kiebitze sind. Der Kiebitz ist eine priorit\u00e4re Zielart dieses Schutzgebietes.<\/p>\n<p>Die g\u00e4ngigen Nachweismethoden f\u00fcr Kleinmusteliden sind indirekt, zum Beispiel \u00fcber Spuren oder mittels Fotofallen. Als <em>Falle<\/em> werden \u00fcblicherweise Spurentunnel aus Holz (Abb. 1) verwendet. Darin integriert ist ein Stempelkissen mit einer Tinte auf Wasserbasis. In Neuseeland kommt ein anderes Bauprinzip zum Einsatz: Faltbare Kunststofftunnel und eine auf \u00d6l basierte Tinte. Ein Vergleich der beiden Tunnelsysteme in derselben Versuchsanordnung stand bisher noch aus.<\/p>\n<p><strong>Zielsetzungen<br \/>\n<\/strong>Neben den Verbreitungsnachweisen soll dieses Projekt auch einen vertieften Methodenvergleich zwischen den verschiedenen Spurentunnelsystemen liefern. Konkret ermittelte Vorteile und Nachteile der zwei Systeme soll die Fallenoptimierung f\u00fcr zuk\u00fcnftige Untersuchungen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2031\" aria-describedby=\"caption-attachment-2031\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_2-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2031 size-medium\" src=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_2-300x219.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_2-300x219.jpg 300w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_2-1024x747.jpg 1024w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_2-768x560.jpg 768w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_2-1536x1121.jpg 1536w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_2-2048x1494.jpg 2048w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_2-24x18.jpg 24w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_2-36x26.jpg 36w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_2-48x35.jpg 48w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2031\" class=\"wp-caption-text\">F\u00fcr die Erhebung der Kleinmusteliden wurden Holztunnel (a) mit Spurenbrettchen (b) und Kunststofftunnel (c) mit Spurenkarten (d) verwendet. (Quelle: lawa)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Projektbeschrieb<br \/>\nMaterial und Methoden<br \/>\n<\/strong>Beprobt wurden 32 gleichm\u00e4ssig im Untersuchungsperimeter (514 ha) verteilte Untersuchungsstandorte. An jedem Standort wurden beide Tunnelsysteme parallel oder in Serie platziert. Einerseits wurde ein Holztunnel mit einschiebbarem Laufbrettchen installiert. Ausgestattet war dieser mit einem Tintenkissen mit einer Zweikomponenten-Eisentinte auf Wasserbasis. Andererseits wurde an jedem Standort ein neuseel\u00e4ndischer Kunststofftunnel aufgestellt (<em>Black Trakka<\/em> Tracking Tunnel von Gotcha Traps Ltd, Auckland, NZ). Ausgestattet war dieser mit einer faltbaren Spurenkarte aus Karton mit aufgetragener Tinte auf \u00d6l Basis (Abb. 2). Diese Spurenkarten k\u00f6nnen mit bereits aufgetragener Tinte erworben werden.<\/p>\n<p>Die Feldaufnahmen dauerten vom 8. August bis am 18. September 2018. Sie wurden in einem Abstand von vier bis sieben Tagen kontrolliert. Die Spuren (Abb. 3) wurden zuerst intern (Andrin D\u00fcrst und Heidi Vogler, lawa) bestimmt. Verifiziert hat sie ein externer Spezialist (Simon Capt, CSCF).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ergebnisse<br \/>\n<\/strong>W\u00e4hrend der Untersuchungsperiode wurden in den 32 Holztunnel insgesamt 11 Hermelinnachweise (7 Standorte) und 5 Mauswieselnachweise (3 Standorte) erbracht. In den Kunststofftunneln waren es lediglich 4 Hermelinnachweise (3 Standorte). Mit beiden Systemen wurden jeweils 1088 Tunneln\u00e4chte erhoben. Die Anzahl der erhobenen Nachweise ist von der Attraktivit\u00e4t der Spurentunnel abh\u00e4ngig. Die beiden Tunnelsysteme sind unterschiedlich attraktiv f\u00fcr Kleinmusteliden (Abb. 4). <strong>Es wurden <\/strong><strong>signifikant mehr Abdr\u00fccke der Zielarten in den Holztunneln<\/strong> <strong>als in den Kunststofftunneln<\/strong> <strong>nachgewiesen<\/strong> (Wilcoxon Vorzeichen Rang Test: V = 135, p = 0.0016, Effektst\u00e4rke r = -0.54).<\/p>\n<figure id=\"attachment_2032\" aria-describedby=\"caption-attachment-2032\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2032 size-medium\" src=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_3-300x173.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_3-300x173.jpg 300w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_3-1024x591.jpg 1024w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_3-768x443.jpg 768w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_3-1536x887.jpg 1536w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_3-24x14.jpg 24w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_3-36x21.jpg 36w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_3-48x28.jpg 48w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_3.jpg 1784w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2032\" class=\"wp-caption-text\">Hermelinspuren auf Spurenpapier aus dem Holzspurentunnel (links) und auf einer neuseel\u00e4ndischen Spurenkarte (rechts). (Quelle: lawa)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bei genauer Betrachtung unterscheiden sich die beiden Spurentunnelsysteme grundlegend (Tabelle 1, Abb. 2). Die auff\u00e4lligsten Unterschiede sind die Gr\u00f6sse (Innenmasse Holztunnel 11.4 x 15 x 100 cm, Kunststofftunnel 10 x 10 x 50 cm) und das Material. Gr\u00f6sse und Material bestimmen auch das Gewicht. Aufgrund seines Eigengewichtes ist es einfacher, den Holztunnel stabil im Gel\u00e4nde zu platzieren.<\/p>\n<p>Ein weiterer Unterschied ist die Zusammensetzung der Tinte. Im Holztunnel wird eine auf Wasser basierte Tinte verwendet, im Kunststofftunnel eine auf \u00d6l basierte. Die Tinte der neuseel\u00e4ndischen Spurenkarten trocknet weniger schnell aus. Zudem bleibt sie bei Regen und Spritzwasser l\u00e4nger funktionsf\u00e4hig. Die Abdr\u00fccke auf den neuseel\u00e4ndischen Spurenkarten sind detailreicher (Abb. 3). Die Spurenkarten vergilben nicht und sind weniger anf\u00e4llig auf Schnecken- und M\u00e4usefrass. Insgesamt ist die Betreuung des neuseel\u00e4ndischen Systems weniger aufw\u00e4ndig.<\/p>\n<p><strong>Diskussion<br \/>\n<\/strong>Die Wahl der Erhebungsmethode hat eindeutig eine Auswirkung auf die Anzahl Nachweise. Die Erhebung mit den neuseel\u00e4ndischen Tunnels untersch\u00e4tzte die H\u00e4ufigkeit der Hermelinnachweise und wies zudem keine Mauswieselspuren nach. Dies deutet auf Unterschiede in der Attraktivit\u00e4t der zwei Tunnelsysteme hin. Welche Eigenschaften haben einen Einfluss auf deren Attraktivit\u00e4t f\u00fcr Kleinmusteliden?<\/p>\n<figure id=\"attachment_2033\" aria-describedby=\"caption-attachment-2033\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_4-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2033 size-medium\" src=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_4-300x239.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_4-300x239.jpg 300w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_4-1024x815.jpg 1024w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_4-768x611.jpg 768w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_4-1536x1222.jpg 1536w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_4-2048x1630.jpg 2048w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_4-24x19.jpg 24w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_4-36x29.jpg 36w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abb_4-48x38.jpg 48w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2033\" class=\"wp-caption-text\">Die Anzahl Nachweise von Hermelin und Mauswiesel pro Standort unterscheiden sich bei den beiden Tunnelsystemen signifikant. Es wurden deutlich mehr Nachweise in den Holztunneln erbracht als in den Kunststofftunneln (NZ). (Quelle: lawa)<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Eigenschaften der Tunnel<\/em><br \/>\nDie Tunnelgr\u00f6sse ist eine Eigenschaft, die einen Einfluss auf die Attraktivit\u00e4t f\u00fcr Kleinmusteliden haben kann. Ist der Tunnel zu hoch oder zu kurz, wird er vermutlich nicht mehr als <em>Tunnel<\/em> angesehen. Dementsprechend ist er weniger interessant f\u00fcr die potentielle M\u00e4usejagd. Bei kleinem Tunneldurchmesser werden gr\u00f6ssere Tiere (z.B. Marder und Iltis) ausgeschlossen. Auch das Gewicht der Tunnel kann einen Einfluss haben. Die leichten Kunststofftunnel liegen weniger stabil im Gel\u00e4nde. Vermutlich meiden die Zielarten wackelnde Tunnels. Die kurzen Kunststofftunnel weisen zudem eine kleinere Tintenfl\u00e4che auf. Dies erm\u00f6glicht ein \u00dcberspringen der Tinte. Ein hoher Tunnel wiederum beg\u00fcnstigt die M\u00f6glichkeit, den Mardersprung auszuf\u00fchren, was zum \u00dcberspringen der Tinte f\u00fchren kann.<\/p>\n<p><em>Beschaffenheit der Tinte<\/em><br \/>\nDie auf \u00d6l basierte Tinte zeigt Vorteile in der Handhabung, Langlebigkeit (Austrocknung) und Detailliertheit der Abdr\u00fccke. Mit dieser Tinte konnten auch Nichts\u00e4uger wie Reptilien oder Amphibien nachgewiesen werden. Ob die Farbe oder der Geruch der auf \u00d6l basierten Tinte einen Einfluss auf das Verhalten der Zielarten hat ist nicht bekannt. Diese Faktoren k\u00f6nnten ebenfalls einen Einfluss auf die Attraktivit\u00e4t der Tunnel haben.<\/p>\n<p><em>Kombination der Tunnelsysteme<\/em><br \/>\nDie Beschaffenheit der Tinte der neuseel\u00e4ndischen Tunnels zeigt klare Vorteile. Nur wurden in den Holztunneln signifikant mehr Spuren erfasst. Somit k\u00f6nnte die Kombination der beiden Tunnelsysteme alle Vorteile nutzen. Als Pilotversuch wurden die Holztunnel eine Woche lang mit Spurenkarten aus den Kunststofftunnel best\u00fcckt. In dieser Woche wurden in den Holztunnel mit neuseel\u00e4ndischen Spurenkarten vier Nachweise (Hermelin, Mauswiesel, Westigel und Steinmarder) erbracht. W\u00e4hrend in den Kunststofftunneln parallel dazu keine Nachweise erfolgten. Vermutlich hat die Beschaffenheit der Tinte weniger Einfluss auf die Attraktivit\u00e4t des Tunnels als die Tunneleigenschaften (Dimension, Stabilit\u00e4t). Die Kombination aus Holztunnel und neuseel\u00e4ndischen Spurenkarten nutzt die Vorteile beider Systeme. Sie bildet die optimale Methode f\u00fcr zuk\u00fcnftige Erhebungen. Es ist davon auszugehen, dass dieses kombinierte System, das \u00abLuzerner Modell\u00bb, attraktiver ist, als die beiden Einzelnen. Das vorgeschlagene \u00abLuzerner Modell\u00bb bringt auch den Vorteil, dass die Handhabung erleichtert und die Kontrolle weniger zeitintensiv ist. Weitere Untersuchungen der einzelnen Tunneleigenschaften (Stabilit\u00e4t, Dimension, etc.) k\u00f6nnten detailliertere Aufschl\u00fcsse \u00fcber die Attraktivit\u00e4t der Tunnels bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_2035\" aria-describedby=\"caption-attachment-2035\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2035 size-medium\" src=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1-250x300.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1-250x300.jpg 250w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1-20x24.jpg 20w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1-30x36.jpg 30w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1-40x48.jpg 40w, https:\/\/kbnl.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1.jpg 612w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2035\" class=\"wp-caption-text\">Tabelle 1: Vor- und Nachteile der beiden verwendeten Spurentunnelsysteme. Das Luzerner Modell stellt eine Kombination der beiden Spurentunnelsysteme dar und nutzt deren jeweilige Vorteile. (Quelle: lawa)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Der Methodenvergleich von Holztunnel und Kunststofftunnel zeigt deutliche quantitative, wie auch qualitative Unterschiede der erhobenen Daten. Die Anzahl der Nachweise in den Holztunneln ist signifikant h\u00f6her, w\u00e4hrend die Qualit\u00e4t der Spuren aus den Kunststofftunneln besser ist. Die Kombination von Holztunnel und neuseel\u00e4ndischer Spurenkarte, <strong>das <em>Luzerner Modell<\/em>, vereint die Vorteile der beiden Methoden<\/strong> <strong>und wird f\u00fcr zuk\u00fcnftige Erhebungen vorgeschlagen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Projektverantwortung, Kontakt<br \/>\n<\/strong>Kanton Luzern, Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa)<br \/>\nAbteilung Natur, Jagd und Fischerei<\/p>\n<p>Heidi Vogler<br \/>\nCentralstrasse 33<br \/>\n6210 Sursee<br \/>\nTel. 041 349 74 63<br \/>\nheidi.vogler@lu.ch<\/p>\n<p>Andrin C. D\u00fcrst<br \/>\nSonnenbergstrasse 74<br \/>\n8610 Uster<br \/>\nandrin.d@bluewin.ch<\/p>\n<p><strong><br \/>\nWeiterf\u00fchrende Literatur<br \/>\n<\/strong>Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa), Kanton Luzern (2019). Zustandsaufnahme der Kleinmustelidenfauna im Gebiet Wauwilermoos. Erhebung 2018 und Methodenvergleich.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/lawa.lu.ch\/-\/media\/LAWA\/Dokumente\/njf\/jagd\/wildhut\/BE_Kleinmusteliden.pdf\">https:\/\/lawa.lu.ch\/-\/media\/LAWA\/Dokumente\/njf\/jagd\/wildhut\/BE_Kleinmusteliden.pdf<\/a><\/p>\n<p>Marchesi, P., Mermod, C., &amp; Salzmann, H. C. (2010). Marder, Iltis, Nerz und Wiesel: Kleine Tiere, grosse J\u00e4ger. Bern: Haupt.<\/p>\n<p>Informationen zum neuseel\u00e4ndischen Tunnelsystem &amp; Bestellung Spurenkarten:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/gotchatraps.co.nz\/\">http:\/\/gotchatraps.co.nz\/<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00e9sol\u00e9, cet article est seulement disponible en Deutsch. Pour le confort de l\u2019utilisateur, le contenu est affich\u00e9 ci-dessous dans une autre langue. Vous pouvez cliquer le lien pour changer de langue active.Heidi Vogler, Andrin C. D\u00fcrst \u00dcber das Vorkommen und die Verbreitung der Kleinmusteliden Mauswiesel (Mustela ni-valis) und Hermelin (Mustela erminea) im Wasser- und Zugvogelreservat &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":33,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2027","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kbnl.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2027","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kbnl.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kbnl.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kbnl.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/33"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kbnl.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2027"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/kbnl.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2027\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2047,"href":"https:\/\/kbnl.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2027\/revisions\/2047"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kbnl.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2027"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kbnl.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2027"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kbnl.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2027"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}